Lichterfest 2008/9




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& Maskenball
Im Wassertorkiez kreieren Kinder, Jugendliche und manche Eltern/Erwachsene ihre eigenen Identitaeten. Sie erschaffen von sich, ihrem Wunsch-Sein oder aus purer Kreativitaet Abbilder und Vorbilder, aus Ganzkoerper-Masken. 8 Monate lang werden unter didaktisch-kuenstlerischer Anleitung mobile Skulpturen aus nachwachsenden und handwerklich zu berarbeitenden Produkten manuell im Projektatelier und im oeffentlichen Raum erschaffen. Die in Masken integrierten Klangkoerpern erzeugen durch Bewegung (Tanz) Sounds. Die Erfahrungen dieser Kombinationen fuehren zur grossen Abschlusspraesentation eines Maskenballs. Ein festlicher Rahmen um auf Erreichtes im oeffentlichen Raum mit gestaerktem Selbstbewusstsein zu schauen.

Beginn: 1. Mai 2010
Ende: 31. Dez. 2010
Maskenball 19. Dez. 2010

Grossstaedtische Gesellschaften haben viele Facetten. Gruppen definieren Identitaeten. Finanziell Schwache, Bildungsarme, Menschen an der Peripherie suchen nach Anerkennung aus der Mitte der Gesellschaft. Sie suchen nach Halt & finden ihn in einer coolen Gang oder einer vielverheissenden Organisation. Individualitaet ist hier nicht erwuenscht. Der Wunsch nach persoenlicher Erfuellung und Selbstverwirklichung keimt jedoch in Jedem, immerzu. Die Moeglichkeit Intimitaet zu wahren, tradierte Rollen abzulegen und koerperlich geschuetzt eine neue Identitaet zu kreieren bieten selbst erschaffene Masken. In ihnen reift „be-Huetet“ heran, was die Tagtaeglichkeit in der Familie, der ethnischen/religioesen Zugehoerigkeit, der antrainierte Mangel an Perspektiven und Mut nicht zu entfesseln vermag. Erkennt der Mensch die Vision der freiheitlichen Entfaltung, so entdeckt er seine Faehigkeiten und entwickelt sie mit Freude und Enthusiasmus weiter.
Im eigenen Atelier des Projekts vor Ort, in den Räumlichkeiten der Kooperationspartner und unter freiem Himmel entdecken unter erfahrener künstlerischer Begleitung alle Aktiven 1-2 mal wöchentlich, nachmittags und abwechselnd vormittags oder abends, oder punktuell an Wochenenden und in den Ferien völlig ungezwungen ihren persönlichen Ausdruck und komponieren individuell oder in der Gruppe ihr mobiles Kunstwerk. Spielend werden haptische und handwerkliche Erfahrungen erworben.
Rohmaterialien im Park und auf der Strasse animieren Kombinationen einzugehen. Schilf und andere baudienliche Pflanzen werden gemeinsam im Atelier und selbstverantwortlich bei einem jeden Teilnehmer zu Hause gross gezogen. Verpflechtungen, ihre Techniken, und die Verwendung veredelter Materialien sind der Beginn der Erschaffung komplexerer Gebilde. Ausfluege in Museen und praktische Erfahrungen in einer Schmiede, Glasperlenmanufaktur, u.a. bereichern die Vorstellungskraft. Die Fuelle an erlebtem Neuen laesst Phantasien hervorbrechen und den Willen nach praktischer Umsetzung artikulieren. Sonderwuensche zeigen individuelle Neigungen auf, Innenbeluchtung, Bemalung, Schnitzereien, Sound zeigen bei der Gestaltung auf. Beispielhaft: Kleine Koerper aus Glas, Metall oder Stein erzeugen Klaenge. Durch Wind, beim Verweilen und Bauen im Park, oder durch Bewegung. Fliessende Bewegungen erzeugen Rhythmus, hieraus wird Tanz und Musik, einzeln und in der Gruppe. Erschaffen und ein unmittelbares Probieren vermitteln eine individuelle Disposition und innere Sicherheit zu dieser performatischen Aktivitaet, ein nicht unueblicher Charakterzug vieler marginalisierter Gesellschaftsgruppen. Hieraus erwaechst als kroenendem Abschluss des Projekts ein Maskenball im Kiez am 5. Dez. 2010 mit Familie, Freunden, Bekannten und eingeladenen Gaeste.

Zielgruppen
Anwohner allen Alters, vornehmlich Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts aus vielen Kulturen sind die Zielpersonen und ihre Anzahl. Viele sind durch bestimmte Aktivitaeten in der Schule, Vereinen und Einrichtungen engagiert. Aus Erfahrung nehmen weniger Erwachsene Teil, dafuer ist die Multiplikation ihrer Teilnahme umso wichtiger. Erste produzierte, aesthetisch gelungene Masken und die Freude ihrer Kinder animieren die Eltern zur Mitarbeit. Vaeter helfen beim Aufbau der Grundkonstruktionen und Muetter und Grossmuetter zeigen den Juengsten das Pflechten, Knuepfen und andere Techniken.

Nachhaltigkeit d. P.
Die Impulspädagogik der Projektleiter regt zu eigener Reflexion an. Entsprechend den Begabungen & Ressourcen kann Selbstachtung vor den individuellen Faehigkeiten entstehen. Hieraus wird Identifikation. Gemeinsames Handeln in Workshops offenbart motorisches Vermoegen und Begabungen. Das Projekt fördert die Qualitäten der Teilnehmer, die hierdurch ihre Fähigkeiten, Vorzüge und Leistungsbereitschaft intensiv erfahren. Erfolgreich erlebte gemeinsame Kunst/Arbeit stärkt das Verständnis für sie, erweitert den Erfahrungshorizont und öffnet der persönlichen Kreativität eine Wertschätzung. Stetig entwickelt vereint sich hieraus soziale Kompetenz. Eigene und gemeinsam erschaffene Werke im öffentlichen Raum ziehen die Maske der Anonymität ab und schenken das hohe Gut der Anerkennung und ein persönliches, lang währendes Erfolgserlebnis.
Professionelle Weiterbildungsmoeglichkeiten in bekannten Einrichtungen/Institutionen koennen im Projektverlauf den Teilnehmern empfohlen und vermittelt werden. Eine gezielte Foerderung kann mit einigen Aktiven auch durch ein spezifiziertes Nachhaltigkeitsprojekt bewerkstelligt werden.

Publizitaet / Oeffentlichkeitsarbeit
Heute marginalisiert, morgen die Generation Zukunft. Das Wirken vieler Menschen in diesem Projekt ist gesellschaftliche Thematik einer sensibilisierten Öffentlichkeit. Die oeffentlichkeits-gerechte Akzeptanz einer mediendefinierten Gesellschaft ist sehr wichtig fuer die Teilnehmer. Die eigene Wertschaetzung und die des Projekts definiert sich auch ueber eine originelle Praesenz im Internet.

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